Meersehnsucht von Morgan Stern

Kim glaubt, die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, doch dann verschwindet ihr Freund plötzlich und mit ihm ihre gesamten Ersparnisse. Zu allem Übel hat sie, um mit ihm zusammen in Schweden neu anzufangen, auch noch ihre Arbeit und ihre Wohnung gekündigt.
Ihr ganzes Leben bricht wie ein Scherbenhaufen zusammen und sie leidet immer mehr unter Depressionen. Als Kim nicht mehr weiter weiß, sucht sie sich professionelle Hilfe in einer psychiatrischen Klinik.
Dort findet sie Unterstützung und beschließt, ihre Chance zu nutzen und nochmal neu anzufangen. Kim weiß nun, dass sie selbst für ihr Glück verantwortlich ist. Also packt Sie ihre Habseligkeiten zusammen und fährt an ihren Lieblingsort an der Ostsee.
Wird Kim ihr Leben in den Griff bekommen, es schaffen gegen ihre Depressionen zu kämpfen und lernen mit ihnen zu leben?  Und welche Rolle wird Dorian, der Sohn einer ehemaligen Mitpatientin in ihrer Zukunft spielen?

„Uns halten nur die Grenzen, die wir selbst uns setzen.“

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste ich für mich erstmal entscheiden, ob ich das Buch überhaupt lesen möchte. Ich habe aufgrund einer chronischen Erkrankung gelegentlich selbst mit leichten Depressionen zu kämpfen und war mir nicht sicher ob es das Richtige für mich ist.
Doch ich bin froh, dass ich mich dazu durchringen konnte. Der Autorin Morgan Stern ist es gelungen, dieses Thema sehr sensibel zu behandeln und dem Leser die Hoffnung, die Kim trotz ihrer Probleme immer wieder aufbringen kann, gut zu vermitteln.
Deshalb würde ich eine Triggerwarnung nur für die Leser aussprechen, die unter starken Depressionen leiden und denen es schwer fällt, Hoffnung zuzulassen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr leicht und flüssig und ich hatte keine Probleme in die Geschichte hineinzufinden. Im Gegenteil, die Seiten flogen nur so dahin.
Kim ist eine sehr starke Propagonistin und mir gleich sympathisch. Auch zu Dorian konnte ich bereits nach kurzer Zeit eine Verbindung aufbauen, auch wenn er zu Beginn schwer einzuschätzen war, wusste ich intuitiv, dass er einen guten Charakter hat.
Morgan Stern hat beide Figuren sehr detailliert, glaubhaft und tiefgründig beschrieben und den Leser damit auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt.
Ich konnte mich jedoch gut in die Beiden hineinversetzen und ihre Emotionen und Sorgen nachvollziehen. Besonders die „Meersehnsucht“ habe ich gut verstanden, denn darunter leide ich selbst. 😉
Man merkte auch an den Stimmungsschwankungen von Kim und Dorian, dass die Autorin das Verhalten von depressiven Menschen sehr gut recherchiert hat.
Aber auch die anderen Figuren fügen sich gut in die Geschichte ein und sind authentisch und lebendig beschrieben.
Allerdings gibt es auch etwas, dass ich bemängeln muss. Der Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik ging mir zu abrupt zu Ende. Ich konnte eine Verbesserung ihres Zustandes so schnell nicht nachvollziehen. Das hätte die Autorin mit ein paar wenigen Sätzen etwas besser gestalten können.
Auch der finale Schluss kam für mein Empfinden erwas zu schnell. Irgendwie fehlte mir zwischen dem Ende der Geschichte und dem Epilog etwas. Ich versuche es mal ohne zu Spoilern zu erklären – die Einsicht der „dritten Person“ kam zu schnell und war für mich nicht richtig nachvollziehbar.
Fazit
Ich bin froh, dass ich mich an das Buch herangetraut habe. Morgan Stern hat ein so schwieriges Thema wie eine Depression sehr einfühlsam behandelt und dem Leser vermittelt, dass man die Hoffnung nie aufgeben darf.
„Meersehnsucht“ ist eine sehr emotionale Geschichte, die ich nur wärmstens empfehlen kann und die gute 4/5 Sterne ⭐⭐⭐⭐ bekommt.
Vielen lieben Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

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