A Witching Tale: Die Träume vom Belvoir Castle von Claudia Romes


Erschienen im Isegrim Verlag

Worum geht es?
Gwen hat sich gegen ein Leben auf dem Schloss Belovoir Castle entschieden und ist als Ärztin in Chicago tätig. Sie geht völlig in ihrer Arbeit auf. In ihrer Heimat England, in der ihre Tante Kate und Zwillingsschwester Marsha auf Belovoir Castle leben, ist sie nur noch selten, weil sie ständig bis zum Hals in Arbeit steckt. Immer wieder verschiebt sie einen Besuch.
Doch dann wird sie eines Nachts vom klingeln des Telefons aus dem Schaf gerissen und eine fremde Stimme erzählt ihr, dass ihre Schwester bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Für Gwen beginnt ein wahrgewordener Albtraum. Sie ist plötzlich alleine und für einen Zwilling bedeutet das, unvollständig zu sein.
Um die Beerdigung zu regeln und sich um die weitere Versorgung ihrer Tante zu kümmern kehrt  Gwen zurück auf den Familiensitz.
Dort verfährt sie nicht nur, dass es ihrer Tante sehr schlecht geht, sondern auch, dass Marsha verlobt war und genau wie sie, unter Albträumen gelitten hat.
Irgendetwas geht im Schloss nicht mit rechten Dingen zu.
Im Zimmer ihrer Schwester entdeckt sie ein altes Tagebuch und das Gemälde einer Frau, die ihr
und ihre Schwester sehr ähnlich sieht.
Gemeinsam mit Marshas Verlobten Riley versucht Gwen herauszufinden, was vor sich geht und ob die unheimlichen Träume, die Gwen quälen, etwas mit dem Tod von Marsha zu tun haben.

Die Grundidee von „A Witching Tale“ basiert auf einem historisch Ereignis, dass Anfang des siebzehnten Jahrhunderts tatsächlich auf Belovoir Castle stattgefunden hat. Die Verbrennung der Hexen von Belovoir Castle. Der Klappentext und die Idee, historische Informationen in einen Fantasy-Roman zu verarbeiten, gefiel mir sofort ausgesprochen gut und ich habe mich sofort auf die Leserunde bei Lovlybooks beworben.
Ich habe mich sehr gefreut, als ich ausgelost wurde und bin voller Vorfreude an das Buch herangegangen.
Leider konnten meine Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllt werden.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, recht flüssig und passt mit den teilweise etwas merkwürdigen Formulierungen gut zum Setting des altertümlichen Schlosses und dem siebzehnten Jahrhundert. Auch die geheimnissvolle, etwas schwermütige Stimmung des Plots konnte die Autorin sehr gut vermitteln. Ich bin sehr schnell in die Geschichte eintauchen und der Prolog machte neugierig auf die Handlung.
In den Kapiteln wechselte die Sichtweise von Mary aus der Vergangenheit zu Gwen in die Gegenwart. Das hat mir gut gefallen und ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.

Mary ist ziemlich naiv und unbedarft, aber wenn ich einbeziehe, in welcher Zeit und unter welchen Bedingungen sie gelebt hat, ist das verständlich.
Mit Gwen als Hauptprotagonistin hatte ich jedoch ein paar Probleme. Ihre Trauer über den Verlust ihrer Schwester war sehr gut nachzuvollziehen, aber es hat mich etwas genervt, dass sie sich ständig angegriffen und übergangen fühlte. Sie ist, nach langer Zeit kaum ein paar Minuten im Haus, als sie schon genervt darauf reagiert, dass Riley bei der Haushälterin um Tee bittet.
Marshas Verlobter Riley war lange Zeit undurchschaubar für mich. Einerseits hoffte ich sehr, dass er es gut mit Gwen meint, andererseits hatte ich ständig das Gefühl, er verbirgt etwas. Auch die „Hausdame“ Miranda war mir etwas suspekt. Von Tante Kate hätte ich gerne etwas mehr erfahren. Sie ist meiner Meinung nach zu sehr im Abseits geblieben.
Es fehlte den Figuren allgemein an Tiefe und sie sind leider nur oberflächlich beschrieben.
Auch die Liebesgeschichte konnte mich als Romantasy-Fan nicht richtig überzeugen. Die Annäherung zwischen den Beiden ging mir auch viel zu schnell.
Irritiert hat mich ein ziemlich grober Logikfehler. Tante Kate ist, seit ihrem 45. Lebensjahr, nach einem Treppensturz von der Hüfte abwärts gelähmt. Am Ende steht sie jedoch plötzlich alleine am Fenster. Ich finde, solche Fehler sollten eigentlich nicht passieren.
Die Geschichte ist mystisch und geheimnisumwogen und es passieren unerklärliche Dinge, aber alles in allem fehlte mir etwas mehr Fantasy.
Am Ende ging dann alles unheimlich schnell und das fand ich sehr schade.

Fazit
Leider hat der Klappentext nicht gehalten, was ich mir erhofft hatte.
Die Grundidee, mit dem historischen Ereignis im Hintergrund hat mir sehr gut gefallen, für mich  haperte es jedoch leider an der Umsetzung. Die Charaktere blieben aber alle ziemlich blass und es fehlte ihnen an Tiefe. Es hätte der Story gut getan, wenn die Autorin die Figuren etwas genauer beschrieben hätte. Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen.
2,5/5 Sternen

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