„Du und ich und ganz viel Wunder“ vonCarmen Schneider

Wow! Selten hat mich eine Geschichte so berührt!

„Das ist unmöglich“, sagt die Angst.
„Zu viel Risiko“, spricht die Erfahrung.
„Macht keinen Sinn“, hört man den Zweifel.
„Versuchs“, flüstert das Herz.

In „Du und ich und ganz viel Wunder“ erzählt Carmen Schneider die Geschichte von Mia und Cedric.
Sie beruht auf wahren Begebenheiten.

Mia ist 24 Jahre alt, hat gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin beendet und arbeitet in einer Kindertagesstätte.
Das Leben könnte endlich beginnen, doch Mia quält sich ständig mit Infekten herum. Als sich ihr Gesundheitszustand nicht bessert und sie deswegen schon Probleme auf der Arbeit bekommt, überweist ihre Ärztin sie zu einem Spezialisten.
Von diesem Tag an ändert sich alles für Mia. Sie erfährt, dass sie an Mukoviszidose leidet und wahrscheinlich keine hohe Lebenserwartung hat. Ihr Traum von der großen Liebe und eine Familie zerplatzt innerhalb weniger Minuten.
In dieser Situation läuft Mia dann auch noch Cedric über den Weg und sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Mia glaubt, dass ihre Liebe aufgrund ihrer Diagnose keine Zukunft hat, doch er bleibt ihr hartnäckig auf den Fersen und lässt sich auch von ihrer Krankheit nicht vertreiben.
Cedric gibt ihr die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft zurück und weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch dann schlägt das Schicksal auch bei Cedric zu und sie müssen auf ein Wunder hoffen.

Zu Beginn hatte ich etwas Probleme mit dem Schreibstil der Autorin warm zu werden, denn sie berichtet fast nüchtern und neutral, aus dem Blickwinkel von Mia, über den Verlauf der Erkrankung. Ich ahnte als Leser zu keinem Zeitpunkt, in welche Richtung sich das Leben von Mia und Cedric entwickeln wird. Doch nach einiger Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und der sachliche Sprachstil gefiel mir immer besser.
Auch die Zeitsprünge irritierten mich etwas, doch ich merkte bald, dass sie unbedingt notwendig waren, denn sonst hätte das Buch 800 Seiten gehabt.
Sehr gut gefallen haben mir auch die Zitate und Illustrationen zu Beginn eines jeden Kapitels, die zum Nachdenken angeregt haben.

Mia schildert uns aus ihrer Sicht, sehr authentisch, wie die Diagnose Mukoviszidose, ihr Leben verändert und wie sich langsam eine Depression, Angststörungen und Panikattacken daraus entwickeln.
Sie beschreibt weder überspitzt noch ausschweifend wie kleine Probleme bereits ihren Alltag beeinflusst haben. Bereits die Angst davor, kaum noch etwas geregelt zu bekommen, konnte einen Zusammenbruch auslösen.
Mias Probleme und ihr Verhalten waren für mich gut nachvollziehbar.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich selbst mit einer leichten Depression, die sich durch eine andere Erkrankung entwickelt hat, zu kämpfen habe und deshalb früh in Rente gehen musste. Ich konnte mich deshalb gut in sie hineinversetzen und ihre Emotionen nachvollziehen.
Etwas schade fand ich allerdings, dass wir nicht mehr über die Familie von Mia erfahren haben. Ich habe, gerade zu Beginn immer wieder überlegt, wie ihre Eltern auf die Diagnose reagiert haben und warum sie Mia nicht unterstützt haben. Doch der Plot konzentriert sich auf das Wesentliche und so lag so der Schwerpunkt der Geschichte auf Mia.

Ich habe sie 20 Jahre ihres Lebens begleitet und bin mit ihr über alle Hürden und Hindernisse geklettert, die ihren Weg erschwerten. Ich habe mit ihr gelitten, gehofft und gebangt. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle und auch als Leser schwangte ich, genau wie Mia, zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin und her.
Immer wieder hatte ich einen Kloß im Hals und zwischendurch sind die Tränen geflossen, denn ich konnte ihre Resignation förmlich spüren.
Doch Mia hat Cedric und mit ihm einen wundervollen Mann an ihrer Seite.
Er ist optimistisch für Beide, eine große Stütze und baut sie immer wieder auf. Mit seiner Hilfe schafft sie es, sich nicht aufzugeben und kämpft sich aus jedem Tief und aus jedem Loch, in dass sie fällt, wieder hoch ans Licht.
Sie hat viel zu verkraften, doch Mia wird mental immer stärker. Und es wird eine Fügung des Schicksals sein, dass sie im Laufe der Zeit lernt, sich für sich selbst und für die, die ihr wichtig sind, einzusetzen.

Mias Geschichte hat mich sehr berührt und mir bewusst gemacht, wie wichtig es ist, sich selbst nie aufzugeben. Viele wichtige Themen werden neben der Aufklärung über die Krankheitsbilder angesprochen. Ob es sich um Probleme bei der Kommunikation mit den Ärzten, dem Kinderwunsch bei einer reduzierten Lebenserwartung oder Mobbing am Arbeitsplatz handelt. Carmen Schneider nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht offen jede Problematik an.

Ich bin so froh, dass die Autorin mich auf ihr Buch aufmerksam gemacht hat und danke ihr nochmals sehr dafür!❤️
Dieses Buch sollte man unbedingt lesen und es ist ein MUSS für all die, die selbst mit Angststörungen und Depressionen zu kämpfen haben. Es macht Mut, zeigt das es Weg gibt und man die Hoffnung nie aufgeben darf.
Depressionen waren lange ein Thema über das nicht öffentlich gesprochen wurde und gerade deshalb ist es wichtig, dass die Menschen sensibilisiert und vor allem informiert werden.

Auch wenn man bisher nicht an Wunder geglaubt hat, jeder der dieses Buch gelesen hat, wird es ab sofort tun! ❤️
Wenn es möglich wäre, würde ich auch mehr wie 5 Sterne geben, doch leider geht das nicht. Deshalb kommen die 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ von ganzem Herzen!❤️

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