đŸŽ™ïžWho are you?đŸŽ™ïž Carmen Schneider

Heute gibt es die nĂ€chste Autorenvorstellung unter dem Titel „Who are you?“♄

Zu Gast ist Carmen Schneider ♄
Carmen kommt gebĂŒrtig aus  Hessen und lebt seit 2014 mit ihrer Familie im Saarland. Sie hat zwei, mittlerweile erwachsene Kinder, einen Hund, Vögel und Fische.

Am 22.05.2020 ist ihr neues Buch „Du und ich und ganz viel Wunder“ erschienen.

https://www.amazon.de/gp/product/B0851PSHVJ/ref=dbs_a_def_awm_bibl_vppi_i0
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Ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit fĂŒr unser kleines Interview genommen hast!♄♄


„Wenn man nicht alt werden will, dann muss man jung sterben…“
Mit diesem einleitenden Satz verriet Carmen erst vor kurzem ihren Lesern, dass „Du und ich und ganz viel Wunder“ ihre eigene Geschichte erzĂ€hlt.

▶Hast Du den Gedanken, deine Geschichte in einem Buch zu erzĂ€hlen, schon lange im Kopf gehabt?

Der Gedanke hat sich erst entwickelt, als ich erfahren habe
. das kann ich jetzt nicht verraten, sonst wĂŒrde ich spoilern… er kam im Prozess der Verarbeitung. Er hat mir geholfen, dem Ganzen noch einen weiteren Sinn zu geben und nicht daran zu verzweifeln. Ich wollte anderen Menschen, die noch mitten in der Hölle ihrer Depression und Angst steckten, einen Ausweg aufzeigen und Mut machen. Und natĂŒrlich auch den Angehörigen.

▶Wenn  Du Dich selbst beschreiben solltest…Welche drei Worte charakterisieren Dich am besten?

FĂŒrsorglich, einfĂŒhlsam und kĂŒnstlerisch kreativ.

▶Kannst du einen Zeitpunkt benennen, an dem Du wusstest, dass Du irgendwann Autorin wirst?

Nein, so einen Zeitpunkt kann ich nicht benennen. Es war eher ein voranschreitender Prozess. BĂŒcher waren schon seit meiner Schulzeit ein wichtiges Element in meinem Leben. Im Leistungskurs Deutsch wĂ€hrend meines Abiturs bin ich dann in der Schule so richtig aufgegangen und habe als Jugendliche meine ersten Gedichte und Kurzgeschichten verfasst, die allerdings außer mir noch keiner zu lesen bekommen hat.
Meine einzige ErklĂ€rung fĂŒr die Frage, warum ich dann nicht ein entsprechendes Studium absolviert habe, kann ich nur mit meiner Faszination fĂŒr die Entwicklung eines Kindes beantworten, die zu dieser Zeit einen Tick grĂ¶ĂŸer gewesen sein muss. Deswegen entschied ich mich fĂŒr den Beruf der Erzieherin. Im Rahmen der Ausbildung bin ich mit unzĂ€hlbar vielen KinderbĂŒchern in BerĂŒhrung gekommen. Zwei davon, die meiner Meinung nach gar nicht nur KinderbĂŒcher sind, haben mich besonders beeinflusst. „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-ExupĂ©ry und „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe. Wenn BĂŒcher mich faszinieren und einen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen, dann haben sie mir etwas gegeben, was mich mein Leben lang begleitet. Das ist bei diesen beiden BĂŒchern eindeutig der Fall.

▶Was machst du beruflich, wenn du gerade nicht schreibst?

Ich bin als staatlich anerkannte Erzieherin ausgebildet und habe auch einige Jahre in dem Beruf gearbeitet. Nach der Geburt der Kinder bin ich nur kurzfristig in den Beruf zurĂŒckgekehrt, habe dann aber aus gesundheitlichen GrĂŒnden diese TĂ€tigkeit aufgegeben. Stattdessen habe ich mich dann dem Schreiben zugewandt. Ich verspĂŒrte den Wunsch, Kindern und ihren Eltern, die mir sehr am Herzen liegen, auf andere Weise etwas Gutes zu tun.
So entstand mein erstes Buch „Das Lebkuchenhaus“, das vordergrĂŒndig ein Advents- und Weihnachtsbuch ist. Durch seine 24 Kapitel eignet es sich als Adventskalender. Obwohl es als Kinderbuch deklariert ist, habe ich auch da großen Wert auf den Ausdruck gelegt. Mein Ziel war ein Buch, dass Kinder und Erwachsene bzw. die Eltern inhaltlich anspricht aber durch die gehobene Sprache und den bewussten Einsatz schwieriger Wörter einen Dialog und gemeinsames Lesen von Kindern und Eltern fördern sollte, damit der Inhalt dieses Buches (Wichtigkeit gemeinsamer Zeit) gleich angestoßen wird.

▶Die erste Stunde des Tages…wie verbringst Du sie?

Das gemeinsame FrĂŒhstĂŒck ist  25 Jahre lang ein wichtiger Bestandteil in unserer Familie gewesen. Nie ist einer von uns mit leerem Magen oder Herzen aus dem Haus gegangen. Dieser gemeinsame Start in den Tag war uns immer wichtig. DafĂŒr ist jeder von uns gerne frĂŒher aufgestanden.

▶Ist das heute nicht mehr so?

Doch, wir frĂŒhstĂŒcken auch heute noch jeden Morgen gemeinsam. 

▶Wie sieht ein perfekter (Schreib)-tag denn bei Dir aus?

Einen Schreibtag habe ich bisher nie erlebt. Meist nutze ich den Vormittag, wenn Ruhe im Haus ist und mir nur Balu, unser Hund, Gesellschaft leistet. Nachmittag und Abend sind fĂŒr die Familie und den Haushalt da.

▶Gibt es etwas, dass Dich total nervt wenn Du schreibst?

Ich finde es furchtbar, wenn ich unkonzentriert bin und meine Gedanken von dem Teil, den ich gerade schreiben will, abschweifen. Aber manchmal finden sich auch gerade dadurch ganz neue AnsÀtze.
Außerdem fĂ€llt es mir schwer, meine Geschichten erst einmal einfach nur inhaltlich aufzubauen. Ich feile gleich jeden Satz solange aus, bis er mir zu 100 Prozent gefĂ€llt. Auf Wortwahl und den Fluss im Text lege ich großen Wert. Da muss einfach jedes Wort stimmen. Das Ă€rgert mich manchmal selbst, weil ich dabei viel Zeit verliere, aber dafĂŒr geht natĂŒrlich das Überarbeiten des fertigen Textes am Ende schneller.

▶Was wĂ€re der grĂ¶ĂŸte Störfaktor?

Ein klingelndes Telefon oder die TĂŒrglocke können ganz schön nervig sein, wenn ich gerade gedanklich im Gezeitenwald unterwegs bin.

▶Nutzt Du NotizbĂŒcher oder sammelst Du Ideen auf dem Laptop?

Ach, da nehme ich alles Mögliche zu Hilfe. Wenn ein Gedanke kommt, muss ich ihn gleich aufschreiben. Ich laufe sonst Gefahr, ihn zu vergessen. Bisher habe ich alles in einem Notizbuch zusammengetragen. Zu jedem Buch gibt es ein entsprechendes Heft bei mir zuhause. Aber ich denke jetzt darĂŒber nach, mir ein Schreibprogramm anzuschaffen. Sicher bin ich mir allerdings noch nicht. Je weniger Technik, desto lieber ist es mir eigentlich. Aber alle Schreibarbeiten erledig ich sonst natĂŒrlich auf dem Computer, der auf meinem Schreibtisch steht. Mit dem Laptop auf den Beinen z.B. schreibe ich auch, aber eher weniger.

▶Wie heißt das erste Buch das du geschrieben hast? Wurde es veröffentlicht? Oder liegt es noch irgendwo in einer Schublade?

Das erste komplette Buch war „Das Lebkuchenhaus“, das ich 2014 veröffentlicht habe.

▶Deine Fantasyreihe „Der Gezeitenwald“ ist etwas völlig anderes. Was liebst du an diesem Genre?

Die Geschichten aus dem Gezeitenwald ranken sich um Kayla und Desmond und beschĂ€ftigen sich mit den GefĂŒhlen, die wir alle immer wieder erleben. Trauer und Verlust und die Suche nach Zufriedenheit, GlĂŒck und Liebe. Sie schlagen eine BrĂŒcke zwischen der RealitĂ€t und einer Welt voll MĂ€rchen und Fantasie.
Der Gezeitenwald ist ein ganz besonderer Ort, an dem im Grunde alles möglich ist. Wenn ich ihn genau beschreibe, nehme ich der Geschichte einiges vorweg. Ich möchte nicht zu viel spoilern, daher sei an dieser Stelle nur gesagt, dass er ein besonderer Ort ist, an dem altes und neues aufeinander trifft, vergangenes und gegenwĂ€rtiges, realistisches und mĂ€rchenhaftes. Der erste Band ist im Grunde die EinfĂŒhrung in diese Welt und öffnet nur die TĂŒre fĂŒr hoffentlich noch viele Geschichten. In Dunkelherz geht es darum, in schweren Situationen nicht den Mut und den Glauben an das Gute im Leben zu verlieren. Es ist ein Mix aus realem Schicksal und MĂ€rchenkomponenten
Kayla hat ihre Familie verloren und ist am Anfang erst einmal damit beschĂ€ftigt, wieder Halt in ihrem Leben zu finden. Das braucht auch in der Geschichte seine Zeit. Ihre GefĂŒhlslage spiegelt sich in dem verwirrenden Anfang wieder. Aber da mĂŒssen Kayla und auch der Leser ein StĂŒck weit hindurch, bevor ihr Leben und die Geschichte sich aufklaren.
MĂ€rchen sind fĂŒr mich etwas Besonderes und ich schreibe gerne in dieser Art. Allerdings mag nicht jeder diese Art von Buch. Sie unterscheiden sich in einigen Dingen grundlegend von den BĂŒchern, die normalerweise irgendwelche Bestenlisten erstĂŒrmen. Wobei der Gezeitenwald schon viele Leser gefunden hat. Das kann ich schon sagen

Meine BĂŒcher verlangen auch Lesen zwischen den Zeilen.
Ich selbst mag es an BĂŒchern als Leser gar nicht, wenn jedes GefĂŒhl, jede Entscheidung solange beschrieben wird, bis auch ganz sicher der letzte Leser verstanden hat, was der Autor /der Protagonist an dieser Stelle erreichen möchte. BĂŒcher, die Platz fĂŒr Interpretation lassen und den Leser nicht einschrĂ€nken sondern seine eigenen Wege gehen lassen, sind mir immer lieber. Egal ob es sich dabei um Fantasy oder andere Geschichten handelt. Die Art des Schreibens ist fĂŒr mich wichtiger als das Genre. Da bin ich weder als Leser noch als Autor festgelegt. Nicht jeder mag diese Art des Lesens, daher gibt es durchaus auch Leser, die meine Art des Schreibens nicht nachvollziehen können. Aber wie es schon so schön heißt: wer BĂŒcher schreiben will, die allen gefallen, wird am Ende BĂŒcher haben, die keinen Leser richtig ĂŒberzeugen. Mir ist wichtiger, die Leser zu finden, die genau meine Art des Schreibens mögen, daher bleibe ich meiner Richtung auch treu.
MĂ€rchen bieten genau diese Möglichkeit. MĂ€rchen erklĂ€ren nicht alles. Der arme Mann wohnt mit seiner Familie mitten im Wald und keiner fragt, wie es dazu kam. HĂ€tte es andere Wege gegeben? War irgendjemand daran schuld usw
 Man kennt nicht seine ganze Lebensgeschichte.
Auch werden nicht alle Dinge geklĂ€rt. Manches wird der Leser nie erfahren und er muss lernen, es auszuhalten. Ich habe mich z.B immer gefragt, was der kleine Prinz vorgefunden hat, als er auf seinen Planeten zurĂŒckgekehrt ist. Hat die Rose noch gelebt?
Diese Art der BĂŒcher lĂ€sst andererseits aber so viel Raum, dass jedes Buch zu einem ganz persönlichen Erleben werden kann, weil ganz viel der eigenen Person hineinfliesen kann. Das sorgt dafĂŒr, dass die BĂŒcher den Leser tief berĂŒhren können, ohne dass ihm bewusst ist, warum das eigentlich so ist. Das möchte ich erreichen und MĂ€rchen bieten da wunderbare Möglichkeiten.
Sie beschrÀnken sich auf die wesentlichen und wichtigen Dinge


▶Was macht fĂŒr dich ein wirklich gutes Buch aus?

ZunĂ€chst ist mir bei jeder Geschichte( egal ob ich lese oder schreibe) wichtig, dass sie den Lesern etwas gibt. Ich selbst erzĂ€hle nicht nur, um fĂŒr einige Augenblicke die Zeit zu vertreiben. Die Geschichten sollen nach Möglichkeit berĂŒhren und bleibende EindrĂŒcke, vielleicht sogar AnstĂ¶ĂŸe zu VerĂ€nderung hinterlassen. So entstand mein erstes Buch „Das Lebkuchenhaus“.
„Der kleine Prinz“ und „Das kleine Ich bin Ich“. Das sind BĂŒcher, von denen Kinder und Eltern gemeinsam profitieren können. Sie sind schlicht in der Sprache, verfĂŒgen aber ĂŒber eine unglaubliche Tiefe. Die liest man einmal und vergisst sie sein ganzes Leben lang nicht mehr. So geht es zumindest mir.
Beim Gezeitenwald erging es mir Ă€hnlich. Erst kommt der Gedanke: Was möchte ich weitergeben? Und dann erst: In welche Geschichte kann ich das EinfĂŒgen. In Dunkelherz geht es darum, in schweren Situationen nicht den Mut und den Glauben an das Gute im Leben zu verlieren. In „FrĂŒhlingsseele“ muss sich Desmond mit der Frage auseinandersetzen, was fĂŒr ihn Liebe bedeutet und ob er bereit ist, sich trotz seiner Ängste darauf einzulassen.
„Geist der Meere setzt sich mit der Zufriedenheit des Menschen auseinander. Was braucht man eigentlich, um Zufriedenheit zu empfinden? Was ist wichtig im Leben?
Mit „Du und ich und ganz viel Wunder“ und seinem VorgĂ€nger „Wie das Leben so spielt“ habe ich mich an ein schwieriges Thema herangewagt. Es geht um Depression und Panikattacken, von denen immer mehr Menschen betroffen sind. Dieses Buch soll dafĂŒr sensibilisieren und Betroffenen Mut machen, nicht aufzugeben und sich Hilfe zu holen. Bei Angehörigen und Außenstehenden erhoffe ich mir, dass es VerstĂ€ndnis wecken wird. NatĂŒrlich soll es auch dazu beitragen, diese Erkrankungen aus den dunklen Ecken der Gesellschaft herauszufĂŒhren und mehr in den Fokus zu fĂŒhren. Sie mĂŒssen unbedingt enttabuisiert werden. Niemand sollte sich schĂ€men mĂŒssen, unter dieser Erkrankung zu leiden.
„Wie das Leben so spielt“ beschreibt ganz ausfĂŒhrlich die ZustĂ€nde, den Ablauf von Panik Attacken. Daher kann ich es nur Betroffenen und ihren Angehörigen empfehlen.
„Du und ich und ganz viel Wunder“ ist sozusagen an die breite Leserschaft gerichtet. Hier steht die gemeinsame Geschichte mehr im Vordergrund. Das Leben meiner Familie ist schon ein ganz besonderes gewesen und hĂ€lt sicher auch fĂŒr alle anderen etwas Lesenswertes bereit.

▶Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du  das Wort „Erfolgreich“ hörst?

Jeder einzelne Mensch, der es geschafft hat, sich selbst zu erkennen, in Teilen an sich zu arbeiten und sich in anderen Teilen anzunehmen und zu lieben, wie er ist. Jeder Mensch, der eine tiefgehende Zufriedenheit in seinem Inneren verspĂŒrt und weiß, dass er die wirklich wichtigen Dinge in seinem Leben erkannt hat und sie zu schĂ€tzen weiß. Das ist fĂŒr mich die höchste Stufe von Erfolg, die ich mir vorstellen kann.

▶Hast Du schon einen Plan fĂŒr Dein nĂ€chstes Projekt?

Ich habe schon viele Gedanken fĂŒr einen vierten Band im Gezeitenwald gesammelt, der uns weit in den Norden fĂŒhren wird. Es wird kalt und ungemĂŒtlich… 😀

Vielen lieben Dank das du dir die Zeit genommen hast und wir einen Blick hinter die Kulissen werfen durften!

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