„Die Jacobskinder und das Geheimnis von Rungholt“ von Stefan Osterhoff

Der dreizehnjährige Leon hat eigentlich gar keine Lust, die Weihnachtsferien auf einer Insel in der Nordsee zu verbringen, doch zusammen mit seinem Vater wird er über die Feiertage die Großeltern auf Pellworm besuchen. Bereits auf der Überfahrt mit der Fähre trifft Leon auf den gleichaltrigen Thomas und freundet sich mit ihm an. So langweilig werden die Ferien dann ja vielleicht doch nicht werden.
Bei Oma Bine und Opa Dethlef angekommen, passieren jedoch plötzlich schaurige Dinge und Leon hat unheimliche Begegnungen.

Stimmt es wirklich, dass man in manchen Vollmondnächten draußen auf dem Meer die Glocken einer Kirche hört, die schon seit über 700 Jahren versunken ist?!
Was hat das alles mit der versunkenen Insel Rungholt zu tun? Und warum taucht Thomas immer so plötzlich auf und verschwindet genauso schnell wieder?
Leons Großmutter erzählt ihm, dass gerade jetzt die Rauhnächte vor der Tür stehen. In diesen Nächten ist die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits besonders dünn und viele Verstorbene kehren zurück, um den Lebenden ihre Anliegen vorzutragen. Und auch sein Großvater Dethlef liebt es, seine alten Geschichten Preis zu geben.
Doch dann erhält Leon plötzlich von Gespenstern und Untoten besucht. Sie alle wollen nur eines von ihm …… Hilfe.
Wird Leon es schaffen, dass Rätsel um die Geister von Rungholt zu lösen…?

Das tolle und sehr liebevoll gestaltete Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen und hat mich restlos begeistert! Das Design und die Innengestaltung ist einfach nur wunderschön und das Buch sehr hochwertig verarbeitet!

Eigentlich war ich der Meinung, dass Stefan Osterhoff sich mit seiner Geschichte eher an die jüngeren Leser richten würde, denn der Hauptpropagonist Leon ist erst 13 Jahre alt. Doch ich habe mich getäuscht! Das Buch lässt sich auch wunderbar als Erwachsener lesen.

Nachdem ich in den Plot eingetaucht bin, konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen. Ich habe die Geschichte förmlich aufgesogen und bin nur so durch die Seiten geflogen.
Der Autor hat mich mit seinem wunderbar flüssigen und lebendigen Schreibstil von Anfang an begeistert. Nichts lässt erahnen, dass es sich hierbei um das Debüt von Stefan Osterhoff handelt.
Allerdings habe ich mir unter den Jakobskindern etwas völlig anderes vorgestellt. Ein kleiner Minuspunkt ist für mich der Prolog, denn Lena hat mir später im Plot gefehlt. Auch gibt es einige Situationen, die nicht so ganz logisch sind. Doch das sind Kleinigkeiten, die dem Lesevergnügen nicht geschadet haben.

Das Setting ist wunderbar detailliert und lebendig beschrieben und ich hatte zu jedem Zeitpunkt alles bildhaft vor Augen.
Der Autor hat nicht nur viele reale Orte, wie die Insel Pellworm, die Hallig Südfall oder das „Nordfriesland-Museum“ in Husum einfließen lassen und wunderbar beschrieben, sondern auch die Propagonisten sind sehr interessante Charaktere, denn sie sind nicht alle frei erfunden. Um welche Figuren es sich dabei handelt, möchte ich, um nicht zu spoilern, an dieser Stelle allerdings nicht verraten.

Der Leser erfährt nicht nur viel über die Mythen und Sagen, die sich um die Insel Rungholt ranken, sondern auch über das Wattenmeer, den Naturschutz und den Klimawandel. Es ist nicht nur für jüngere Leser, ein unheimlich lehrreiches Buch mit einer eindeutigen Botschaft. Das Weltkulturerbe muss geschützt werden und auch die Sagen und Legenden dürfen nicht einfach in der Versendung verschwinden, sondern müssen für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben.
Mit diesem Buch will Stefan Osterhoff einen Beitrag dazu leisten und das ist ihm auf jeden Fall gelungen.

Mich hat er mit seiner Message erreicht und ich habe mich nach dem Lesen des Buches ausführlich mit dem sagenumwobenen Rungholt, den Inseln, Halligen und auch meiner Heimat, der Nordseeküste beschäftigt.
Vielen lieben Dank für dieses tolle Lesevergnügen!
Von mir gibt es 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung.
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Bei der Hardcoverausgabe handelt es sich um eine interaktive Edition. Mit der jeweiligen Ausgabe ist eine Teilnahme an jährlichen regional begrenzten Suchspielen möglich.
Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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