„Seelenflieder“  von Jane M. Pan

Fran und Kiran genießen in den ersten Monaten ihre junge Liebe in Willowhill Cottage. Doch dann beginnt ihre kleine heile Welt zu bröckeln, denn Kiran zieht sich immer öfter zurück und geht ihr aus dem Weg. Fran, die beinahe jede Nacht im 19. Jahrhundert verbringt und im Pub schuftet, macht das Doppelleben, dass sie seit einem Jahr führt, fertig. Sie fühlt sich leer und ist so erschöpft, dass sie bereits in den Vorlesungen einschläft. Ihre Freundinnen, die sich um sie Sorgen, suchen das Gespräch mit ihr, denn so kann es nicht weitergehen.
In ihrem Inneren weiß Fran auch, dass sie recht haben. Sie hat alles auf eine Karte gesetzt und ist nun dabei zu verlieren. Es zerreißt ihr förmlich das Herz, denn sie liebt nicht nur Kiran über alles, sondern auch ihre Familie.
Doch dann sitzt sie plötzlich in der Vergangenheit fest und es gibt keinen Weg zurück. Sie muss sich mit den Gegebenheiten des 19. Jahrhunderts arrangieren und nebenbei noch um ihre Liebe zu Kiran kämpfen.

Ich habe den ersten Teil der Reihe gerade erst beendet und deshalb hatte ich kein Problem, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Es wäre jedoch schön gewesen, wenn es auf der ersten Seite eine kurze Zusammenfassung von Band 1 gegeben hätte. Ich denke, wenn der Leseabstand zwischen Teil 1 und 2 größer ist, bekommt man als Leser schnell Probleme wieder in die Handlung hineinzukommen.

Mit dem Schreibstil der Autorin bin ich wieder sehr gut zurechtgekommen. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche und beleuchtet in diesem Band hauptsächlich die Beziehung zwischen Kiran und France. Es gibt keine ausschweifende und bildgewaltige Beschreibungen, aber das hat mir hier auch nicht gefehlt.
Auch die teilweise bedrückende und düstere Atmosphäre hat sie gut eingefangen.

Fran wechselt nun schon fast ein Jahr zwischen den Jahrhunderten hin und her. Sie unterstützt Kiran fast jede Nacht im Pub und tagsüber versucht sie in den Vorlesungen an der Uni nicht einzuschlafen.
Als sie dann plötzlich im 19. Jahrhundert festsitzt, gibt es immer öfter Probleme zwischen den beiden Verliebten. Ihre Wünsche und Einstellungen bieten ständig Zündstoff für Diskussionen und Gespräche. Kiran zieht sich, anstatt mit ihr zu reden, zurück.
Die beiden Hauptcharaktere entwickeln sich fortlaufend weiter. Kiran wurde mir dabei als Protagonist immer unsympathischer. Ich hatte das Gefühl, das er die meiste Zeit nur an sich dachte und wenn Fran nicht auf ihn zuging, gab es keine Versöhnung.
Allerdings ist das ja auch ein Zeichen dafür, dass die Autorin die Charaktere authentisch, glaubwürdig und überzeugend gestaltet hat.

Auch wenn es zwischendurch immer mal wieder lustige Situationen gab, in denen ich schmunzeln musste, hat der Plot einen einfühlsamen und melancholische Unterton.
Es gibt viele tiefgründige und philosophische Gespräche zwischen den Beiden.
Streckenweise wurde mir das fast etwas zu viel, denn es gab viele Abschnitte, die ich dadurch als etwas langatmig empfand und in denen es mir an Spannung fehlte. Ich habe ständig darauf gewartet, dass etwas passiert.
Es gab auch zwei Situationen, in denen ich die Stirn gerunzelt und die ich als nicht logisch empfunden habe. Allerdings kann ich sie hier nicht weiter erläutern, da ich sonst spoilern würde.
Ich habe auch erst auf den letzten Seiten gemerkt, dass es sich um eine Triologie handelt und die Geschichte mit diesem Band nicht abgeschlossen ist.

Am Ende gibt es dann noch eine Wendung, die mich echt umgehauen hat und mit offenem Mund zurückließ.

Fazit
Auch wenn das Buch ein paar kleine Schwächen hat, bin ich doch gespannt darauf, zu erfahren, wie die Geschichte weiter geht.
Ich hoffe, Teil 3 lässt nicht so lange auf sich warten.
Für Band 2 gibt es 3 Sterne und eine Leseempfehlung.

🌟🌟🌟

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