„Between the Times“ von Tanja E. Huber

Die 17jährige Leila ist alles andere als begeistert, als sie ihren Urlaub zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihren Geschwistern in Italien verbringen soll, anstatt mit ihrer Freundin Lis nach Miami zu fliegen. Doch sie hat es ihrer Mutter versprochen und so fügt sie sich der Familientradition. Dort angekommen, sinkt die Stimmung nach einem Familienstreit jedoch schnell. Um nachzudenken, geht sie an den Strand und lässt dort ihren Gefühlen freien Lauf. Am liebsten wäre sie weit weg und könnte irgendwo ein neues Leben beginnen.
Allerdings rechnet sie nicht damit, dass dieser Wunsch sich bewahrheitet und sie sich plötzlich im Jahr 2221 befindet.
Leila hat keine andere Wahl, als sich dem gutaussehenden Alec anzuvertrauen, der sie am Stand aufgabelt.
Gefangen in einem wahr gewordenen Albtraum, muss sie sich nun nicht nur an eine völlig neue Weltordnung gewöhnen, sondern auch an eine Welt, in der sämtliche Gefühlsregungen in der Öffentlichkeit strengstens verboten sind. Die empathische Leila, die nicht mit diesen Regeln aufgewachsen ist, begeht einen Fauxpas nach dem nächsten und Alec hat alle Hände voll zu tun, sie immer wieder aus den brenzligen Situationen zu befreien.
Doch wie überall, gibt es auch in dieser Welt Rebellen, die dagegen auflehnen und sich den Vorgaben der Regierung nicht unterwerfen wollen. Ehe Leila sich versieht, ist ihre komplette Gefühlswelt durcheinander und sie steckt zwischen den Fronten.

Das Cover ist sehr schön und sorgte dafür, dass ich einen zweiten Blick riskiert und mir den Klappentext etwas genauer angeschaut habe. Als ich dann gelesen habe, dass es sich um eine Zeitreisegeschichte handelt, stand schnell fest, dass ich das Buch lesen möchte.
Es handelt sich hierbei um das Debüt der Autorin. Ihr Schreibstil ist leicht und flüssig. Deshalb fiel es mir auch nicht schwer, der Handlung zu folgen.

Leila vermisst ihren Vater, der vor 10 Jahren plötzlich verschwunden ist, immer noch sehr und als ihr Stiefvater ihn in einer unbedachten Bemerkung schlecht macht, will sie nur noch weg.
Hätte sie geahnt, was auf sie zukommt, hätte sie vielleicht nicht so leichtsinnig diesen Wunsch geäußert. Aber nun ist sie im Jahr 2221 gelandet und somit 200 Jahre in die Zukunft gereist. Sie steckt mitten einer Welt, in der die Partner durch einen Computer ausgewählt werden und in der es Mysticas gibt, die sich durch Telepathie von Ort zu Ort bewegen können.
Leila ist froh, dass Alec sie am Strand aufgegabelt hat und ihr die abenteuerliche Geschichte glaubt. Ohne ihn würde sie in einer Welt, in der Gefühlsregungen unter schwersten Strafen stehen, nicht lange überleben.
Leila ist eine sympathische Protagonistin, die keine Angst hat, sich nicht einschüchtern lässt und einen hohen Gerechtigkeitssinn besitzt. Sie steckt schnell in einer Zwickmühle, denn nicht nur Alec weckt Gefühle in ihr, sondern auch sein Bruder Ryan.
Es hat mich etwas gestört, das sie irgendwie überhaupt nicht verzweifelt war und diese Zeitreise sehr schnell akzeptiert hat. Ich wäre wohl an ihrer Stelle in Panik verfallen.
Auch das Leila, was ihre Gefühle für Alec und Ryan betrifft, immer ziemlich hin und her springt, hat mich etwas genervt.
Die Storyentwicklung empfand ich teilweise als etwas unlogisch.
Zum Beispiel war es für mich unglaubwürdig, dass Leila nach zwei Tagen Zimmerarrest tut, als wäre nichts gewesen. Im Gegenteil, sie brezelt sich für ein Date mit der Person auf, der sie diesen Arrest zu verdanken hat. 🙈
Auch, dass Alec fast 7 Stunden mit dem Auto gefahren ist, nur um ein kurzes Gespräch mit Leila zu führen, hat mich den Kopf schütteln lassen ( Kapitel 19).
Viele Leser stören sich vielleicht nicht an solchen Kleinigkeiten, aber mich nervt sowas einfach sehr.
Bei Alec wusste ich lange nicht so recht, was ich von ihm halten sollte. Nicht leichter machte es, dass er nur selten Gefühle zeigen durfte. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, die Geschichte nicht nur aus der Sicht von Leila, sondern ab und zu auch aus der Perspektive von Alec zu erzählen.


Die Grundidee ist toll und man merkt deutlich, dass die Geschichte von der Arbeit der Autorin als Sozialarbeiterin geprägt ist. Die Geschichte lässt sich auch gut lesen, aber es ging mir zu wenig in die Tiefe. Ich hatte das Gefühl, dass etwas fehlt und das Potenzial nicht völlig ausgeschöpft wurde. Zu viele Fragen, die mir bereits in den ersten Kapiteln durch den Kopf schossen, blieben offen und leider konnte ich nirgendwo einen Hinweis auf eine Fortsetzung entdecken.


Auch wenn ich sonst gerne Jugendfantasy lese, konnte mich „Between the Times“ nicht restlos überzeugen.
Ich vermute, jüngeren Lesern im Teenageralter dürfte es da anders ergehen.

Deshalb würde ich es der Altersgruppe 13-18 Jahren empfehlen und gebe 3,5 Sterne

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