🎙Who are you?🎙Sandra Bollenbacher

Hallo Sandra,

schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mich in der BĂŒcherstube zu besuchen.
Wenn man sich Dein Autorenprofil ansieht erfĂ€hrt man schon ein wenig von Dir. Zum Beispiel, dass Du in Heidelberg lebst und dort als Lektorin arbeitest. Du hast schon im Grundschulalter MĂ€rchen fĂŒr Deine kleine Schwester erfunden und schreibst am liebsten Geschichten, die etwas Fantastisches an sich haben. Klischees und Genderstereotypen sind Dir zuwider.

Aber es gibt noch eine ganze Menge, was wir nicht wissen.
Zum Beispiel


Trinkst Du Kaffee oder Tee? Gibt es morgens Brötchen oder MĂŒsli? Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus?

Definitiv Tee! Ich habe einen ganzen Schrank voll davon: grĂŒner, schwarzer, weißer, KrĂ€utertee, FrĂŒchtetee, Chai … Nur Rooibos mag ich nicht so gerne. Mit Kaffee kannst du mich allerdings jagen. Da wird mir schon bei dem Geruch ganz anders  Eine Tasse Tee gehört fĂŒr mich zum FrĂŒhstĂŒck dazu, der Rest ist ziemlich unterschiedlich. Im Sommer gerne Kokosjoghurt mit MĂŒsli und frischem Obst, im Winter Porridge. Ich mag aber auch Toast und Brötchen, sĂŒĂŸ und herzhaft – je nach Laune  Das FrĂŒhstĂŒck muss allerdings meistens ein paar Stunden warten, da ich recht frĂŒh mit dem Arbeiten anfange und mir erst etwas spĂ€ter, so zwischen 9 und 10 Uhr, eine FrĂŒhstĂŒckspause gönne.

In Deinem Autorenprofil steht, dass Du in Deiner Freizeit gerne kreativ bist. Was machst Du? Malen? Basteln?

Malen, Basteln, Grafikdesign, HĂ€keln, Fotografieren, DIY-Projekte … Von allem ein bisschen und nichts davon besonders gut, aber es macht mir sehr viel Spaß, neben dem Schreiben auch noch anders kreativ zu sein. Das ist unheimlich entspannend fĂŒr mich und gibt mir besonders in stressigen Zeiten Energie zurĂŒck.

Du hast ja Anglistik (fĂŒr diejenigen, die mit dem Begriff nichts anfangen können: dabei handelt es sich um die Erforschung der englischen Sprache, der englischensprachigen Literatur und der Kultur) und Psychologie studiert und bist hauptberuflich Lektorin.
Hattest Du diesen Berufswunsch schon von Anfang an?

Ehrlich gesagt hatte ich mir bis zum Ende meines Studiums nicht so viele Gedanken darĂŒber gemacht „was ich mal werden will“, sondern einfach die Zeit genossen und das viele superinteressante Wissen aufgesogen. WĂ€hrend meiner PrĂŒfungszeit wurde mir dann aber schnell klar, dass „Lektorin“ perfekt zu mir passt. Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt, Übersetzerin zu werden, aber jetzt bin ich doch froh, mich fĂŒr das Lektorat entschieden zu haben.

Wann kam zum ersten Mal der Gedanke, wirklich selbst ein Buch zu schreiben?

Ich glaube, dass ich BĂŒcher schreiben will, war mir schon sehr lange klar, das kann ich gar nicht an einem bestimmten Punkt festmachen. Die konkrete Entscheidung, meinen ersten Roman „Seelenfetzen“ zu schreiben, kam jedoch, nachdem ich die Idee zu Bens Geschichte hatte und sie mich einfach nicht mehr losließ. Sie spukte mir die ganze Zeit im Kopf rum und jeden Tag kamen neue Ideen hinzu, bis ich irgendwann dachte: Wow, ich glaube, das könnte wirklich genug Stoff fĂŒr ein ganzes Buch sein. Damals dachte ich jedoch noch nicht ans Veröffentlichen. Ich wollte einfach nur Bens Geschichte erzĂ€hlen – und sie war lang genug, dass sie ein ganzes Buch fĂŒllte. 

Im Juli 2021 ist ja nach „Seelenfetzen“ nun die Fortsetzung „RabentrĂ€ume“ erschienen. Sind noch weitere Teile der „TraumtĂŒrchen-Reihe“ geplant?

Bisher sind noch zwei weitere TraumtĂŒrchen-Titel in der Planung: einmal eine Vorgeschichte, die Keldas Vergangenheit und ihre Beziehung zu Somian erzĂ€hlt („Der traumlose Rabe“), und dann ein abschließendes Buch („Traumfetzen“), das nach „RabentrĂ€ume“ spielt und die Reise von Niika, Nyrcolas, Kelda und Rick zum Abschluss bringt. Zumindest habe ich das so geplant. Aber wer weiß, was noch passieren wird, und ich kann nicht ausschließen, dass ich danach nicht doch noch weiterschreiben werde. Ich könnte mir zum Beispiel sehr gut verschiedene Spin-offs vorstellen, die die Geschichten anderer Charaktere erzĂ€hlen. Paladim etwa: Der Vampir aus „Seelenfetzen“ ist mir ziemlich ans Herz gewachsen, auch wenn er nur in einem Kapitel vorkommt, und ich wĂŒrde gerne mehr ĂŒber ihn erfahren.

Wie bist Du auf die Idee zu der TraumtĂŒrchen-Reihe gekommen?

Am Anfang standen Ben und seine Geschichte: dass seine große Liebe tot ist, er irgendwie dran schuld ist und nun auf der Suche nach Zauberzutaten, um seine Fehler rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Beim Schreiben entstand dann die gesamte Welt, die immer grĂ¶ĂŸer wurde. TrĂ€ume spielen darin eine zentrale Rolle und zwar mehrfach: Einmal verraten Bens TrĂ€ume immer wieder ein bisschen mehr ĂŒber ihn, seine Vergangenheit und seine Geheimnisse. Sie werden aber auch von einem Charakter, Arcane, genutzt, um mit anderen magischen Wesen zu kommunizieren, ohne dass es die Regierung mitbekommt. Außerdem ist das Traumreich eine eigene Welt, ein Paralleluniversum, mit Wesen, die darin leben und zwischen beiden Welten hin- und herwechseln können. Und dann ist da noch Somian, der König der Nachtalbe, der ĂŒber das Traumreich herrscht …

Wie vereinbarst du das Schreiben mit deinem Job?
Hast du feste Schreibzeiten in der Woche und/oder Rituale oder Herangehensweisen, die dir dabei helfen, regelmĂ€ĂŸig zu schreiben?

Meistens schreibe ich nach der Arbeit, am Wochenende und im Urlaub. Es kam aber auch schon vor, dass ich mit einer Idee aufwachte und sie ganz schnell schreiben musste, sodass ich mich auch mal um 6 Uhr morgens an den PC setze, um zu schreiben. Ich mache mir allerdings keinen Druck – das wĂ€re nur kontraproduktiv. Sobald ich mich dazu gezwungen fĂŒhle, etwas zu tun, verliere ich den Spaß daran. Deshalb schreibe ich nur dann, wenn ich auch wirklich Lust dazu habe, und quĂ€le mich nicht ab, wenn die Muse gerade schlĂ€ft. Ich finde, dass jeder auf sich selbst hören und sich nicht dazu genötigt fĂŒhlen sollte, regelmĂ€ĂŸig zu schreiben, nur weil das fĂŒr andere Autor*innen funktioniert.

Wie sieht ein perfekter (Schreib)-tag bei Dir aus?

Wenn ich gerade total im Flow bin, morgen nach dem Aufstehen anfange und erst wieder aufhöre, wenn mir spĂ€t abends oder nachts die Augen zufallen – das liebe ich ❀

Wo hÀltst Du Dich am liebsten zum Schreiben auf?

Die allermeiste Zeit schreibe ich an meinem Computer, aber in Urlauben ist immer mein Tablet dabei, sodass ich auch da schreiben kann, wenn ich Lust habe. WĂ€hrend des Studiums habe ich oft im Zug geschrieben – auf Papier –, das hat viel Spaß gemacht. Zugfahrten haben etwas sehr Inspirierendes fĂŒr mich. Ich habe zwar immer ein Buch zum Lesen dabei, aber oftmals schaue ich einfach nur aus dem Fenster und lasse meinen Gedanken und meiner Fantasie freien Lauf.

Planst du den Plot oder schreibst du einfach drauf los?

Am Anfang schreibe ich einfach drauf los und schaue, wohin mich die Geschichte fĂŒhrt. Wenn dann immer mehr Ideen kommen, fange ich an, die Geschichte grob zu planen, und fĂŒlle die LĂŒcken mit immer mehr Details, bis das Konzept steht. Kurzgeschichten kann ich jedoch auch ganz ohne zu plotten schreiben, wenn es flutscht und ich einfach Spaß daran habe, mich von der Geschichte leiten zu lassen statt umgekehrt.

Nutzt Du NotizbĂŒcher oder sammelst Du Deine Ideen auf dem Laptop?

Ich habe seeeehr viele NotizbĂŒcher und benutze einige davon, um Ideen aufzuschreiben oder zu plotten. GrĂ¶ĂŸere Buchprojekte bekommen ihr eigenes Notizbuch. Bei „Seelenfetzen“ habe ich zum Beispiel sehr intensiv mit einem Notizbuch gearbeitet. Mittlerweile bin ich jedoch (leider?) dazu ĂŒbergegangen, das alles ebenfalls digital festzuhalten – man findet einfach schneller etwas wieder, kann kopieren, verschieben, Ă€ndern … Jetzt nutze ich die NotizbĂŒcher eher fĂŒr kreative Dinge wie Journaling.

Hast Du vor, irgendwann auch ein Buch auf Englisch herauszubringen?

TatsĂ€chlich habe ich mir vorgenommen, „Seelenfetzen“ ins Englische zu ĂŒbersetzen. Das hat bei mir allerdings keine hohe PrioritĂ€t, also mal schauen, wann ich damit fertig werde. Fun fact: Durch mein Englischstudium habe ich zu Beginn immer nur auf Englisch geschrieben und auch „Seelenfetzen“ hatte ich auf Englisch begonnen. Ich kann mir daher durchaus vorstellen, einmal ein Buch auf Englisch zu schreiben.

Kannst Du Dir auch vorstellen einen Liebesroman zu schreiben?
Gibt es auch eine Genre die Du ĂŒberhaupt nicht magst?

Einen klassischen Liebesroman – nein, das kann ich mir nicht vorstellen, aber wer weiß, wohin mich das Leben und meine literarische Reise noch fĂŒhren werden? Ich mag generell nichts, das voller Klischees, veralteten Rollenbildern, Sexismus usw. ist. Ein No-Go sind Dinge wie Gewaltverherrlichung und Rape Fiction.

Welcher Mensch kommt Dir in den Sinn, wenn Du das Wort Erfolgreich hören?

Spontan: Kamala Harris

Hast du schon PlĂ€ne fĂŒr ein neues Projekt?

Ich habe zurzeit einige Projekte am Laufen wie ein weihnachtliches Kinderbuch und einen Fantasy-Roman, der in Paris spielt. Aktuell schreibe ich an einem herbstlichen Dark-Fantasy-Roman. In der „Schublade“ habe ich aber noch einige weitere Buchideen – und dann sind da natĂŒrlich noch die (mindestens) zwei TraumtĂŒrchen-BĂ€nde, die geschrieben werden wollen. Wieso hat der Tag nur 24 Stunden?

Auf welchen Social Media Plattformen trifft man Dich am meisten an?

Wirklich aktiv bin ich nur auf Instagram (@sandra_bollenbacher_autorin), aber man kann mir auch auf Facebook (/autorinsandrabollenbacher) und Twitter (@Sa_Bollenbacher) folgen – dort werden jedoch nur meine Instagram-Posts gespiegelt. Auf Goodreads und Lovelybooks kann man mich ebenfalls unter meinem Namen finden.

Vielen lieben Dank fĂŒr Deinen Besuch!

Ich danke dir fĂŒr diese wirklich tollen Fragen! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, sie zu beantworten. 

Website: Sandra Bollenbacher

Instagram: Sandra Bollenbacher

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