„Herz in Acryl“ von Melanie Amélie Opalka

Annas Traum von einer eigenen Galerie ist geplatzt und das Geld, das sie investiert hat, ist verloren. Ihr Mann Sebastian lässt seit dem keine Gelegenheit aus, um Anna ihr Versagen unter die Nase zu reiben.
Als er ein Jobangebot in Hamburg bekommt, hofft Anna auf einen Neuanfang, denn das große Haus ist wie geschaffen für eine kleine Familie.
Sebastian will davon jedoch nichts hören und so sitzt Anna die meiste Zeit alleine in dem großen Haus, voller Selbstzweifel und hadert mit ihrem Schicksal.
Doch dann bittet ihre neue Nachbarin sie, ihrem 17-jährigen Sohn Leo Malunterricht zu geben, denn nach dem Tragen eines Gipes, hat die Feinmotorik seines Handgelenks sehr gelitten. Eigentlich will Anna ablehnen, doch dann geschieht etwas, dass sie ihre Meinung ändern lässt. Sie willigt ein, den rebellischen Leo mit ihrer Maltherapie zu unterstützen, nicht ahnend, dass diese Entscheidung sie dazu zwingt, ihre Aufmerksamkeit endlich auf sich zu richten und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Bevor ich Euch verrate, wie mir das Buch gefallen hat, möchte ich ein paar Worte über das Cover verlieren. Es zeigt eine Frau, mit einem Pinsel im Haar, vor einer Leinwand. Die Farben sind in wunderschönen Pastelltönen gehalten. Das Cover ist einerseits schlicht, aber auch ausdrucksstark und gefällt mir ausgesprochen gut.
Ich habe bereits einige Bücher der Autorin gelesen und finde ihren Schreibstil und ihre Ausdrucksweise einfach fantastisch. Sie schafft es, ihre Leser von der ersten Seite an zu fesseln.
Ohne Vorwarnung hat sie mich mitten ins Geschehen geworfen und einmal angefangen zu lesen, konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen.

„Nein ist ein vollständiger Satz“. Damit beginnt die Geschichte und dieses kleine Wort sagt schon so viel aus.
Doch die 29 -jährige Anna muss erst noch lernen, dass nicht ihr Mann über ihr Leben die Kontrolle hat, sondern sie selbst.
Nach der missglückten Geschäftsgründung, ist sie von Sebastian abhängig, denn Aufträge für Bilder hat sie seit dem Umzug nach Hamburg noch keine.
Anna ist eine labile junge Frau und unglücklich mit ihrem Leben. Seit ihrem Umzug hat sie keine Freunde mehr in der Nähe und auch die Beziehung zu ihrem Mann ist mehr als toxisch. Ständig bevormundet und erniedrigt Sebastian sie und schreibt ihr vor, wie sie zu leben und welche Kleidung sie zu tragen hat. Doch sie findet immer wieder Entschuldigungen für sein Verhalten und versucht ihm alles recht zu machen. Ich konnte mich gut in Anna hineinversetzten und habe mit ihr gelitten.

Der 17 – jährige Leo wird von seinem Vater, der ständig hohe Leistungen von ihm erwartet, unter Druck gesetzt und gedemütig. Auch seine Mutter ist ihm keine Stütze, denn sie kämpft mit ihren eigenen Dämonen.
Leo äußert seine Gefühle erstmal durch ein aufsässiges Verhalten. Doch im Laufe der Geschichte ist bei ihm eine große Entwicklung zu beobachten und er sorgt dafür, dass sich nach und nach etwas in Annas Leben ändert. Obwohl zwischen ihnen ein ziemlich großer Altersunterschied besteht, verbindet sie vieles und es entwickelt sich eine tiefgründige „Beziehung“ zwischen den beiden.
Doch nicht nur die beiden Hauptprotagonisten sind lebendig und glaubwürdig gestaltet, sondern auch die Nebencharaktere, egal ob sympathisch oder unsympathisch, ergänzen die Handlung perfekt.
Die Autorin schneidet in ihrem Buch Thema an, die leider immer noch zu oft unter den Teppich gekehrt werden. Sie beschreibt die Gefühle und Emotionen mit viel Einfühlungsvermögen, realistisch und authentisch. Oft hatte ich das Gefühl, einen dicken Kloß im Hals zu spüren.

Fazit
Melanie Amélie Opalka hat, ohne sich im Gefühlschaos zu verlieren, mit „Herz in Acryl“ eine wunderschöne, tiefgründige Geschichte erschaffen, die durch glaubwürdige, authentische Charaktere überzeugt und weit über einen klassischen Liebesroman hinausgeht.

Von mir gibt es dafür verdiente 5 Sterne 🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 und eine Leseempfehlung.

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