„Gladiator Love“ von Asuka Lionera

Aeryn ist eine Vantyr und somit eine magische Kriegerin. Doch als man sie vor fünf Jahren aus ihrer Heimat entführt und versklavt hat, wurde ihre Feuermagie versiegelt. Seitdem muss sie sich als Gladiatorin jeden Tag aufs Neue in der Arena beweisen und ihrem Besitzer so die Taschen mit Geld füllen.
Nach einem ihrer Kämpfe trifft sie auf Cato, der sie bereits seit langem heimlich bewundert. Irgendetwas an ihm zieht Aeryn sofort in den Bann und so schenkt sie ihm einen flüchtigen Kuss, bevor sie sich zurück ins Stadthaus ihres Herrn fahren lässt.
Graecus behandelt seine Vantry gut und erfüllt ihnen jeden Wunsch, solange sie ihre Kämpfe gewinnen. Doch Aeryn weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie nicht mehr jeden Tag in der Arena siegen wird. Dann wird er sich andere Aufgaben für sie ausdenken, die sie erniedrigen und ihren Stolz als Vantyr brechen werden.
Sie träumt davon, frei zu sein und zurück in ihre Heimat reisen zu können. Doch als sie sich endlich traut, ihren Herrn darauf anzusprechen, lacht dieser sie nur aus und erinnert sie daran, dass sie sein Eigentum ist und das auch für immer bleiben wird.
Aeryn sieht für sich keine Perspektive mehr und als ihre Mitbewohnerin und Freundin Kallidora, zusammen mit anderen Gladiatoren, eine Aktion plant, die ihr Leben kosten kann, schließt sie sich ihnen an.
Doch dieser Tag endet nicht so, wie sie es sich erhofft hat. Sie erwacht schwer verletzt und mit neuer Versiegelung ihrer Magie in einer Zelle und schaut in die Augen von Cato.

Das Cover und dieser traumhaft schöne Buchschnitt haben mich sofort in den Bann gezogen. Auch der Klappentext und die Leseprobe machten mich neugierig auf das Buch.

Asuka Lionera hat einen tollen, sehr flüssigen Schreibstil und es dauerte nicht lange, bis ich davon in die Handlung hineingezogen wurde. Sie führte mich eloquent und fokussiert durch die Zeilen und es fiel mir schwer, mich dem Buch auch nur für wenige Stunden zu entziehen.
Wir verfolgen die Handlung überwiegend aus der Perspektive von Aeryn und gelegentlich auch aus der Sicht von Cato. So fiel es mir leicht, mich in die Charaktere hineinzuversetzen und ihre Gefühle und Empfindungen nachzuvollziehen.

Gladiatorenkämpfe und Romantasy? Kann das funktionieren? Auch wenn es für mich gerne etwas mehr Magie hätte sein dürfen, kann ich die Fragen definitiv mit „ja“ beantworten, denn Asuka Lionera hat in „Glatiator Love“ alle Emotionen vereint.

Die zentrale Figur ist Aeryn. Sie zeigt als Hauptprotagonistin unheimlich viele Facetten und ich weiß ehrlich gesagt immer noch nicht, ob ich sie mag oder nicht. Aber das spielt auch gar keine Rolle, denn man muss nicht alle Charaktere mögen.
Auf jeden Fall ist sie eine Protagonistin, wie man sie nicht oft in Büchern und erst gar nicht in Romantasy-Storys antrifft.
Obwohl sie als Sklavin ihrem Herrn dienen und gehorchen muss, hat sie ihren starken Willen und ihren Stolz nicht verloren. Sie ist nicht nur eine fähige und begabte Kämpferin, sondern auch sehr selbstsicher und von sich überzeugt. Sie kann brutal sein, aber zeigt auch oft ihre emotionale Seite, die vor allem Cato in ihr weckt.
Aeryn hat es satt, Tag für Tag in der Arena zu stehen und zur Belustigung der Zuschauer gegen andere Gladiatoren zu kämpfen und sie zu verletzten oder gar zu töten. Für das Publikum ist sie nur die Wilde oder die Barbarin und jenachdem, in was für einer Laune der Senator gerade ist, kann es auch passieren, dass er von ihr verlangt, ihren Gegner zu töten.
Leider kam ihre Magie nur sehr selten zum Vorschein. Davon hätte ich gerne etwas mehr gesehen.
Bei Cato hat es auch etwas gedauert, bis ich mit ihm warm wurde. Zu Beginn habe ich ihn für einen Stalker gehalten, denn er beobachtet Aeryn bereits seit drei Jahren.
Obwohl er immer nur aus der Ferne ein Auge auf sie werfen konnte, war er sofort von ihrer Anmut und ihrem Stolz verzaubert. Cato ist nicht nur einfühlsam und irgendwie ein total lieber Kerl, sondern auch sehr schüchtern und hat überhaupt keine Erfahrungen mit Frauen.

Die Autorin hat die Charaktere sehr facettenreich und überzeugend ausgearbeitet und auch die Nebenfiguren, wie zum Beispiel Kallidora, Flavius oder Graecus bereichern die Handlung und sind gut durchdacht.

Es gibt keine ausschweifenden und bildgewaltigen Beschreibungen, aber sie haben mir auch nicht gefehlt. Asuka Lionera hat sich bei der Schilderung des Worldbildings auf das Wesentliche konzentriert.
Meine einzige Kritik ist, dass ich mir etwas mehr Magie gewünscht hätte und sich die Geschichte am Ende etwas zu schnell entwickelte.

Ich würde mich deshalb freuen, wenn es noch eine Fortsetzung geben würde, denn ich denke, dass Aeryn und Cato bestimmt noch einiges zu erleben haben.
Für „Gladiator’s Love“ gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Ich bedanke mich beim Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.
Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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